Infomationen zur Haftpflichtversicherung

Jeder Erwachsene haftet für Schäden in unbegrenzter Höhe, die er selbst schuldhaft verursacht. Dahalb müsste die private Haftpflichtversicherung eigentlich Pflicht sein. Bei speziellen Haftungsrisiken sind zusätzlich Erweiterungen zur PHV nötig. Die private Haftpflichtversicherung deckt die meisten Schäden ab, die im Alltag entstehen können. Lösen Ihre Kinder einen Brand aus oder verursachen Sie als Fußgänger oder Radfahrer einen Verkehrsunfall, dann zahlt die Haftpflichtversicherung den Schaden des Geschädigten. Bei Personenschäden übernimmt sie auch lebenslange Renten- oder Unterhaltszahlungen.

Häufig sind es jedoch kleine Dinge, die im Alltagsleben kaputt gehen, zum Beispiel der Walkman eines Freundes, der Ihnen herunterfällt oder der Außenspiegel des Nachbarautos, der Ihrem Fahrradlenker im Weg steht. Diese und andere Sachschäden regelt die Privathaftpflicht ohne viel Aufhebens.

Versicherte und versicherbare Risiken
Die Standardabdeckung einer Privathaftpflichtpolice umfasst die folgenden Schadenarten, wie Personenschäden, bei denen durch Ihr Verschulden Personen verletzt werden.
Sachschäden, wie die Beschädigung oder Zerstörung einer Sache. Schäden an geliehenen oder gemieteten Sachen sind i.d.R. ausgeschlossen! Häufig sind aber Mietsachschäden bis zu einer bestimmten Summe mitversichert oder mitversicherbar.
Vermögensschäden, wie Schäden, deren Folge Vermögens- und/oder Einkommenseinbußen darstellen.
Die Haftpflichtversicherung ersetzt auch Ansprüche auf Schmerzensgeld als Folge eines Personenschadens.

Wichtige Deckungserweiterungen mit zusätzlichen Risikoschutz bieten die Versicherer gegen Mehrbeitrag. Einige Deckungserweiterungen sind bei einigen Gesellschaften automatisch ohne Mehrbeitrag mit eingeschlossen. Ein evtl. Vergleich muss also auch die Tarifdetails mit berücksichtigen. In der Folge sind die wichtigsten Deckungserweiterungen aufgeführt.

Verletzung der Aufsichtspflicht deliktunfähiger Kinder
Kinder unter 7 Jahren gelten als schuldunfähig und sind aus diesem Grund nicht haftpflichtig. Im öffentlichen Verkehr ist das Alter auf Kinder unter 10 Jahren erhöht.
Beispiel: Zündelt Ihr 6-jähriger Sohn in der Garage des Nachbarn, die daraufhin abbrennt, so ist Ihr Kind nicht haftbar zu machen, da es schuldunfähig ist. Der Schaden muss von Ihrem Nachbarn getragen werden. Soweit das bürgerliche Gesetzbuch. Liegt jedoch Ihrerseits eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor, so wird man sich an Ihnen schadlos halten.
Hier greift diese Deckungserweiterung und übernimmt den Schaden.
Empfehlung: Wählen Sie diese Deckungserweiterung, wenn Sie Kinder unter 10 Jahren haben.

Mietsachschäden
Mietsachschäden sind Schäden, die an Ihrer gemieteten Wohnung entstehen.
Beispiele: Sie verschieben ein Möbelstück und beschädigen das Parkett. Ihnen fällt ein schwerer Gegenstand in die Dusche und zerstört diese. Ihre Waschmaschine läuft aus (der Schaden Ihrer Möbel, wird gegebenenfalls, sofern Sie eine Hausratversicherung haben von dieser übernommen) und dringt in das Mauerwerk ein. Die Trockenlegung des Mauerwerkes geht zu Ihren Lasten. Hier hilft die Haftpflichtversicherung.
Empfehlung: Als Mieter ist auch hier auf ausreichende Deckung zu achten. Meist sind Mietsachschäden in der Standardabdeckung nur bis zu bestimmten Höchstgrenzen mitversichert.